Alt-Text: Verschiedene Top Level Domains auf Straßenschildern

Domain-Endungen: Grundlagen zur Auswahl der richtigen Top-Level-Domain für Ihr Unternehmen

Lernen Sie die Grundlagen zur Auswahl der richtigen Top-Level-Domain kennen und treffen die richtigen Entscheidungen bei der Domainauswahl. Lesen Sie wie eine Domain aufgebaut ist, was bei der Domain-Suche zu beachten ist und welche Auswirkung die Top Level Domain auf das Ranking in den Suchergebnissen hat.

Wie ist eine Domain aufgebaut?

Eine Domain ist nichts anderes als eine einzigartige Internetadresse. Diese Adresse besteht grundsätzlich aus drei verschiedenen Bausteinen, die im Zusammenschluss einen Domainnamen bilden.

Der Aufbau einer Domain, Subdomain, Second-Level-Domain und TLD

Der Aufbau einer Domain mit den drei grundlegenden Bausteinen

Da wir uns in diesem Artikel mit Domain-Endungen beschäftigen, ist hier nur die Top-Level-Domain, kurz TLD, interessant. Die Second-Level-Domain und der Host werden außer Acht gelassen.

Welche Domain-Endungen oder TLDs gibt es?

Die Top-Level-Domain signalisiert in welchen Ländern z.B. .de für Deutschland, .fr für Frankreich oder .uk für das Vereinigte Königreich, grundsätzlich online agiert wird. Eine städtebezogene Ausrichtung durch .berlin oder .köln ist ebenfalls möglich.

Eine kommerzielle Ausrichtung von Websites lässt sich durch die TLD .com für commercial oder commerce abkürzen und ist häufig bei Unternehmen, die international agieren und handeln, zu finden. Dient eine Website ausschließlich der Vermittlung von Informationen oder allgemeinen Informationszwecken ist .info eine gute Auswahlmöglichkeit.

Generische Top-Level-Domains (gTLDs):

Eine generische Top-Level-Domain ist ein Typ einer TLD und besteht aus mindestens drei oder mehr Zeichen. Die ursprünglichen gTLDs sind beispielsweise

  1. .com
  2. .net
  3. .org
  4. .edu
  5. .gov,

die im Jahr 1985 definiert wurden. Suchmaschinen betrachten generische Domains im allgemeinen Sinne. Diese haben zum Beispiel keine regionale Zielsetzung.

Neue generische Top-Level-Domains (ngTLDs):

Seit 2014 hat die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) neue gTLDs festgelegt.

Unter der Bezeichnung ngTLDs werden sämtliche generischen Domains zusammengefasst, die seit Ende 2013, Anfang 2014 eingeführt wurden. Die Vergabe dieser neuen Domains wird durch die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) koordiniert.

Zu den ngTLDS zählen beispielsweise:

  1. .blog
  2. .web
  3. .shop
  4. .berlin
  5. .wien

Länderbezogene Top-Level-Domains (ccTLDs):

Country-Code-Top-Level-Domains (ccTLDs) verweisen auf ein bestimmtes Land oder eine spezielle Region und werden deshalb auch als länderspezifische TLDs bezeichnet.

Hierzu zählen beispielsweise:

  1. .de
  2. .fr
  3. .uk

Neben den oben genannten TLDs gibt es noch Sponsored Top-Level-Domains (sTLDs), International Country Code Top-Level-Domains und Geographic Top-Level-Domains (geoTLDs), die wir an dieser Stelle aber nicht weiter behandeln wollen. Eine Liste zu fast allen Top Level Domains finden Sie hier.

Wichtig: Ein Domainname wird im Domain Name System (Telefonbuch des Internets), kurz DNS, immer von hinten nach vorne gelesen. Deswegen ist die Top-Level-Domain der wichtigste Baustein, um den Zweck einer Website oder den Standort eines Unternehmens klar zu definieren.

Unsere 5 Tipps zur Auswahl einer Firmendomain

Wenn Sie sich Gedanken zur passenden Wahl einer Domain für Ihr Unternehmen machen aber Probleme bei der Namensfindung haben, können Ihnen folgende 5 Tipps als Impulse dienen, um den richtigen Domainnamen zu finden.

  1. Die richtige Endung der TLD: Konzentrieren Sie sich zunächst darauf, die richtige Domain-Endung zu finden. Wolle Sie ein Sie ein deutsches Unternehmen mit kommerziellen Absichten aufbauen, ist .de eine TLD, die definitiv Vertrauen aufbaut. Als nichtkommerzieller Verein, Verband oder Vereinigung ist .org als Abkürzung für Organisation eine passende Alternative. Betreiben Sie einen Online-Shop ist .shop eine Möglichkeit sich klar zu positionieren. Achten Sie aber darauf, dass Domains mit neuen TLDs weniger vertrauenswürdig wirken können, als etablierte Domainendungen.
  2. Kurzer und einprägsamer Name: Viele Menschen sind faul und wollen sich aus Prinzip keine komplexeren Namen oder Begriffe merken, wenn es nicht nötig ist. Aus diesem Grund sollten Sie darauf achten, einen Namen zu wählen, der sich leicht einprägen und schreiben lässt. Dadurch bleibt der Domainname im Gedächtnis und die Website kann zusätzlich durch Mund zu Mund Propaganda erfolgreich werden.
  3. Bindestriche und Zahlen größtenteils vermeiden: Bleiben wir beim Thema Mund zu Mund Propaganda. Auf der einen Seite kann es vorkommen, dass der Name Bindestriche, Zahlen oder Zeichen beinhaltet und es teilweise schwierig wird diesen in einem Gespräch eindeutig mitzuteilen, wenn eine Zahl zwischen Buchstaben integriert wird (z.B. www.bau1haus.de). Auf der anderen Seite können Zahlen auch zum Erfolg einer Seite beitragen. check24.de als eine sehr erfolgreiche Domain in Deutschland ist ein solches Beispiel.
  4. Domain Verfügbarkeit prüfen und Verwechslungsgefahr vermeiden: Wenn Sie für die Namensfindung relativ viel Zeit investiert und schließlich einen Namen gefunden haben, sollten Sie diesen unmittelbar auf Verfügbarkeit prüfen. Beachten Sie, dass keine Copyright-Rechte verletzt werden. Außerdem sollte die Verwechslungsgefahr mit anderen Unternehmen vermieden werden. Stellen Sie sicher, dass es keine oder kaum Verbindungen oder Ähnlichkeiten zu anderen Unternehmen gibt. Die Verfügbarkeit einer Domain können Sie z.B. auf united-domains.de oder www.ionos.de überprüfen.
  5. Markennamen aufbauen: Ziel fast jeden Unternehmens ist es aus einem Betrieb eine Marke zu machen. Überlegen Sie sich wie z.B. die Kombination aus Unternehmensnamen und passenden Keywords klingen könnte.

Die Sportmarke Adidas ist z.B. eine Kombination aus Vor- und Nachnamen des Gründers Adolf Dassler.

Welche Domain-Endung sollte ich für mein Unternehmen registrieren?

Abhängig vom Geschäftsmodell, der Zielgruppe und der Ausgangssituation, auf welchen Märkten Sie mit einem Unternehmen vertreten sind, macht es Sinn sich nicht für eine .de-Endung zu entscheiden, sondern eine .com-Endung zu wählen.

Operiert ein Unternehmen international oder global, wird die Corporate Website sehr wahrscheinlich eine .com TLD besitzen und verschiedene Zielgruppen in unterschiedlichen Ländern mit Inhalten ansprechen.

Durch die Verwendung wird sichergestellt, dass Suchmaschinen die geografische Ausrichtung einer Website verstehen und die zutreffende Sprachversion oder regionale URL einer Website dem User ausliefern.

Ein Beispiel:

Einfluss von Domain-Endungen auf das Ranking bei Google

Im Jahr 2017 hat domaininvestment.de die Verteilung der Domainendungen in den Google Top 10 Suchergebnisseiten analysiert.

Wichtig: Es handelt sich bei der Analyse um eine Korrelationsanalyse. Das heißt, dass keine Kausalität zwischen Rankings und Domainendungen besteht. Es liegt in der Natur des Menschen, dass deutsche Unternehmen automatisch eine .de-Domain wählen, weil es die ccTLD für Deutschland ist.

Grundlage der Analyse zum Ranking der TLDs waren die organischen Suchergebnisse 1-100 der neutralen, nicht geo-lokalisierten Desktop-Suche von insgesamt 100 beliebig gewählten Keywords wie z.B. Fliesen, Hochzeit, Nachhilfe, Matratze, Drohne, Handtücher, Versicherung.

TLD Verteilung in den Google SERPs Seite 1 nach der Analyse von domaininvestment.de aus dem Jahr 2017

TLD Verteilung in den Google SERPs Seite 1 nach der Analyse von domaininvestment.de aus dem Jahr 2017

Bei durchschnittlich 9,19 organischen Suchergebnissen auf der ersten Seite konnte bei 100 untersuchten Suchbegriffen (insgesamt 919 Ergebnisse), die TLD .de mit 85,20% überzeugen.

Selbst etablierte gTLDs wie .com oder .org liegen, zumindest in den Suchergebnissen in Deutschland, weit hinter der ersten Position.

TLD Verteilung in den Google Suchergebnissen auf den Plätzen 11 – 100

TLD Verteilung in den Google SERPs Seiten 11 bis 100 nach der Analyse von domaininvestment.de aus dem Jahr 2017

TLD Verteilung in den Google SERPs Seiten 11 bis 100 nach der Analyse von domaininvestment.de aus dem Jahr 2017

Auch auf den Suchergebnisseiten 11 bis 100 lässt sich die .de-Endung am häufigsten zählen.

Um die Sichtbarkeit der ngTLDs (Neue generische Top-Level-Domains) überhaupt erfassbar zu machen, hat domaininvestment.de alle gefundenen ngTLDs in einer Platzierung zusammengezogen. Hierbei wurde trotzdem nur ein Gesamtanteil von 0,40% (36 von 8.932 Ergebnissen) erzielt.

Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, dass bei allen Suchanfragen keine einzige ngTLD innerhalb der bezahlten Suchergebnisse (Ads Anzeigen) erschienen ist.

Werden neue Domain-Endungen von Google benachteiligt?

Die Antwort auf diese Frage lautet definitiv: Nein.

John Mueller, der Senior Webmaster Trends Analyst bei Google, hat im Juli 2019 auf einige Kommentare bei Twitter reagiert und den Mythos, dass das Alter einer Domain ein bedeutender Ranking-Faktor im Google Algorithmus sein solle, zerschlagen. Neue und alte Domains werden den gleichen Ranking-Faktoren unterzogen und gleichbehandelt.

Als erstes ist John auf das Kommentar eingegangen, dass das Domainalter dabei hilft, mehr Vertrauen zu erhalten. Seine Antwort:

„No, domain age helps nothing.“ (Quelle: Twitter)


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